Bildhafte Kommunikation als Identifizierungshilfe von Menschenhandelsopfern - „Visual Language“!

16. Nov 2015
Im Bündnis gegen Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung wurde eine neue Broschüre veröffentlicht, die Berater_innen in der Migrationsarbeit zukünftig helfen kann spezielle Fragestellungen ohne den Einsatz von gesprochener Sprache zu klären. Abgefragt werden die Bereiche: Allgemeines Befinden, Herkunft, Anreise, Arbeitsbereiche, Anwerbung, Arbeitsbedingungen, Zwangsmittel, Unterbringung und Familiensituation.

Die aktuelle Sozialberatung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Klient_innen aus den unterschiedlichsten Sprachräumen kommen. Durch die komplexen Gründe und Erfahrungen der jeweiligen Migrationsgeschichten sind nicht selten Ängste, Unsicherheiten oder gar Traumatisierungen bei den Klient_ innen vorhanden. Da nicht in allen Gesprächen Dolmetscher_innen, Sprach- und Integrationsmittler_ innen oder andere Muttersprachler_innen vor Ort sind, kam die Idee auf, eine bildunterstützte Form der Erstkommunikation zu ermöglichen.  
Die Umsetzung erfolgte dabei mit dem Schwerpunkt, die Identifizierung von potentiellen Opfern von Menschenhandel zu verbessern. Diese geben sich selten von sich aus als Opfer zu erkennen und die Identifizierung gilt unter Expert_ innen als einer der schwierigsten und verbesserungswürdigsten  Bereiche in der Bekämpfung des Phänomens.  
In verschiedenen Projekten und Publikationen wurden daher Indikatorenlisten in Form von Fragenkatalogen erarbeitet, die Berater_ innen aber auch Ermittlungsbehörden  dabei unterstützen sollen,  potentielle Menschenhandelsfälle besser zu  erkennen. In der Regel verhärten sich Verdachtsfälle, wenn mehrere Indikatoren zutreffen.  Die bildunterstützen Indikatoren können hierbei auf niedrigschwellige Weise helfen. Vor allem tragen sie jedoch dazu bei, sich im Erstgespräch einen Überblick über die Situation der betroffenen Person  zu verschaffen.

Visual Language  soll Kommunikation durch Bilder ermöglichen.
Visual Language wurde speziell für  Erstkontakte ohne Dolmetscher_innen  entwickelt.
Visual Language kann helfen, Opfer  von Menschenhandel zu identifizieren.
Visual Language kann universell in der  Migrationsarbeit eingesetzt werden.

 

Die Visual Language Broschüre ist als PDF angehängt und kann heruntergeladen werden.

Für Fragen zum Thema Visual Language kontaktieren Sie bitte André Thielmann (athielmann@diakonie-wuppertal.de) oder Philipp Schwertmann (schwertmann@berlin.arbeitundleben.de).

 

Kategorie:  Bündnis