„Bündnis faire Arbeitsmigration" in Baden-Württemberg

09. Jun 2013
In Baden-Württemberg schließen sich Organisationen zusammen, um auf breiter Basis gemeinsam für faire Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmer_innen zu kämpfen.

Auf der Fachtagung „Arbeitsausbeutung in Europa" stellten Vertreter_innen des „Bündnis faire Arbeitsmigration" Baden-Württemberg die Anliegen des seit März 2013 bestehenden Zusammenschlusses vor. Gemeinsam treiben die Mitgliedsorganisationen die rechtliche Verankerung menschenwürdiger und guter Arbeit voran und fördern langfristig adäquate Beratung, Begleitung, Rechtsschutz und Solidarität für Arbeitsmigrant_innen. Die Netzwerkarbeit im Bereich Arbeitsmigration soll institutionalisiert werden. Außerdem setzt sich der Zusammenschluss das Ziel: „Benachteiligung und Ausbeutung von Migrantinnen und Migranten werden in den Bereichen Gesellschaft, Kirche und Politik nicht toleriert." Das Bündnis richtet sich an Unternehmer_innen, Konsument_innen, Arbeitnehmer_innen, insbesondere Arbeitsmigrant_innen sowie Politiker_innen.

In der Vorstellungsbroschüre beschreibt das Bündnis die Beweggründe für die Organisation: „In einem Staat, der die Menschenwürde als ersten Artikel in der Verfassung verankert hat, ist es inakzeptabel, dass eine Gruppe von Menschen auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in ihren Herkunftsländern zur Arbeitsmigration innerhalb der EU ermutigt wird, sich dann aber in teilweise ausbeuterischen Lebenssituationen wieder findet und sich selber überlassen bleibt. Da nicht davon auszugehen ist, dass die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten in absehbarer Zeit ihren Binnenmarkt arbeitnehmerfreundlicher gestalten werden, ist es wesentlich die Aufgabe von Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen vor Ort, auch in der Arbeitswelt Gleichberechtigung und Menschenwürde einzuklagen und ein Bewusstsein für diese in unserem Alltag stattfindende Ungerechtigkeit zu schaffen." Die Broschüre zur Vorstellung des Bündnisses Faire Arbeitsmigration finden Sie unten zum Download.

Regionale Beratungsstellen und Gewerkschaften berichten von vielen Fällen und großem praktischen wie politischen Handlungsbedarf gegen Arbeitsausbeutung bis hin zu Menschenhandel. Mit wenigen Ausnahmen ist bei den politischen Parteien in Baden-Württemberg bisher vor allem Zurückhaltung und Desinteresse zu beobachten.

Zur Website des Bündnis Faire Arbeitsmigration Baden-Württemberg

Kategorie:  Bund und Länder
Schlagworte:  Baden-Württemberg , Politik