Unterrichtsmodul für Sprach- und Integrationskurse: Arbeitsausbeutung erkennen und reagieren - der erste Schritt

18. Dez 2014
Teilnehmende an Integrations- und Sprachkursen sollen ihre Arbeitsrechte kennen und für unrechtmäßige Arbeitsverhältnisse sensibilisiert werden. Das vorliegende Unterrichtsmodul zum Einsatz beispielsweise in Sprach- und Integrationskursen klärt niedrigschwellig über grundlegende Arbeitsrechte in Deutschland auf. Im Rahmen des XENOS-Projektes "Bündnis gegen Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung" wurde das Modul entwickelt, in gemeinsamer Arbeit der Projektmitarbeiter_innen mit Pädagoginnen des Neustadt-Projektes, eines multikulturellen Stadtteilzentrums von ARBEIT & LEBEN Rheinland-Pfalz. Es steht frei zum Download bereit oder kann als Broschüre mit DVD unter 'Kontakt' bestellt werden.

a. Ziel des Unterrichtsmoduls

  • Die Teilnehmenden (TN) kennen die wichtigsten Informationen zu den Themen Menschenhandel und Arbeitsausbeutung.
  • Die TN sind motiviert, mit Vertrauenspersonen über mögliche Probleme bezüglich ihres Arbeitsverhältnisses zu sprechen.
  • Die TN wissen, dass es wichtig ist, die eigenen Arbeitsbedingungen zu dokumentieren.
  • Die TN haben ein realistisches Bild von Handlungsoptionen und den damit verbundenen Risiken.

Branchen, in denen Ausbeutung und Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung besonders häufig vorkommen, sind solche, in denen Menschen auch ohne besondere Qualifikationen arbeiten können und für ihre Tätigkeiten
keine besonderen Deutschkenntnisse aufweisen müssen. Gerade Menschen, die eher auf solche Tätigkeiten angewiesen sind, soll deshalb das Thema Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung (MH/A) vermittelt werden können und zwar in einer möglichst einfachen Form und gegebenenfalls auch in verschiedenen Sprachen.

Die Herausforderung besteht darin, das komplexe Thema einerseits verständlich und vereinfacht darzustellen, andererseits aber auch den durch die Simplifizierung entstehenden Risiken entgegen zu wirken. So sollen potentiell von Arbeitsausbeutung Betrofene dazu motiviert werden, mit Vertrauenspersonen über mögliche Probleme zu sprechen und ihre Arbeitsbedingungen so gut wie möglich zu dokumentieren. Nur, wenn sie ihre Rechte kennen, können sie überhaupt beginnen, über einen Ausweg aus der Situation nachzudenken. Zugleich dürfen aber keine falschen Hofnungen bezüglich der Handlungsmöglichkeiten geweckt werden. Denn nicht alle Fälle werden als solche erkannt, und die Betroffenen können sich Risiken aussetzen, wenn sie ihre Lage offenlegen.

b. Zielgruppe

Zur Zielgruppe des Unterrichtsmoduls zählen Menschen unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen Hintergründen im Hinblick auf die Herkunft, das soziale Milieu, die Familiensituation und Migrationsgeschichte. Es handelt sich um Personen ausländischer Herkunft, die verschiedene Bildungsbiographien aufweisen und im Deutschen geringe sprachliche Kompetenzen haben. Das Modul kann in Integrations- und Sprachkursen sowie der Gemeinwesenarbeit oder auch bei Informationsveranstaltungen für Arbeitnehmer_innen eingesetzt werden.

Schlagworte:  Schulung , Infomaterial , Betroffene , Sprache