Deutscher Gewerkschaftsbund

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) steht für eine solidarische Gesellschaft.

Er ist die Stimme der Gewerkschaften gegenüber den politischen Entscheidungsträgern, Parteien und Verbänden in Bund, Ländern und Gemeinden. Er koordiniert die gewerkschaftlichen Aktivitäten. Als Dachverband schließt er keine Tarifverträge ab. Seit seiner Gründung 1949 ist er dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft verpflichtet. Er ist - wie seine Mitgliedsgewerkschaften - pluralistisch und unabhängig, aber keineswegs politisch neutral. Er bezieht Position im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Mitgliedsgewerkschaften des DGB handeln mit den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern Tarifverträge, u. a. zu Einkommen, Arbeitszeiten, Urlaub aus, im Falle eines Arbeitskampfes organisieren sie den Streik und zahlen den Mitgliedern Streikunterstützung. Sie helfen bei der Gründung von Betriebsräten, unterstützen die Beschäftigten bei betrieblichen Konflikten und vertreten sie bei Streitigkeiten mit ihrem Arbeitgeber. Gewerkschaftsmitglieder genießen hierbei kostenlosen Rechtsschutz.

Als Partnerorganisation im XENOS-Projekt „Bündnis gegen Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung" ist der DGB Bezirk Berlin-Brandenburg zuständig für die Umsetzung des Projektes im Land Brandenburg. Unterstützt wird er dabei durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie. Ziel des Teilprojektes ist die Entwicklung landesspezifischer Ansätze zur Unterstützung von Betroffenen von Arbeitsausbeutung und Menschenhandel. Dabei wird auf die Einbeziehung, Sensibilisierung, Vernetzung und Schulung relevanter ortsansässiger Kooperationspartner (u. a. Beratungsstellen, Behörden, Gewerkschaften) gesetzt.

Aktivitäten im Teilprojekt Brandenburg sind:

  • die Erstellung eines bundeslandspezifischen Situationsberichts zu den Erscheinungsformen von Arbeitsausbeutung und Menschenhandel sowie zu den bestehenden Unterstützungsstrukturen für potenziell Betroffene in Brandenburg,
  • Workshops und Schulungen für Kontaktstellen zum Thema Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung (zum Schulungsangebot),
  • Beratung von Betroffenen von Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung in Kooperation mit ortsansässigen Beratungsstellen (Information zur Beratung).

Das besondere Interesse des DGB Bezirks Berlin-Brandenburg besteht darin, dass das Projekt eine Reihe von Anknüpfungspunkten zu inhaltlichen Themenfeldern enthält, die für den DGB in den letzten und auch in den kommenden Jahren auf der Agenda standen bzw. stehen:

  • „Gute Arbeit- Kampf gegen Zwangsarbeit und Ausbeutung“,
  • gesetzliche Mindeststandards in einem sozialen Europa,
  • Initiative gegen Rassismus,
  • Beratung für Migrant_innen in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen,
  • der für den 7. Oktober international ausgerufene „Welttag für menschenwürdige Arbeit“ mit den drei Zielen (1) Grundrecht auf Arbeit, (2) Solidarität üben und (3) Armut und Ungleichheit beenden (vgl. http://www.ituc-csi.org/world-day-for-decent-work.html).

Es gehört dabei zum Grundverständnis der Gewerkschaften, die Ausbeutung von Arbeitnehmer_innen zu bekämpfen und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Ebenso ist es dringend notwendig, Lohndumping zu verhindern und die Einhaltung erreichter Standards wie bspw. geregelte Arbeitszeiten, Urlaub etc. zu gewährleisten. Eine menschenwürdige Arbeit, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, Herkunftsland oder Aufenthaltsstatus sowie damit einhergehend die Strategie, Täter und nicht Opfer zu verfolgen, steht für den DGB im Vordergrund. Aus diesen Gründen engagierte sich der DGB Bez. Berlin-Brandenburg von 2009 bis 2012 als einer von vier Partnern in dem Pilotprojekt „Berliner Bündnis gegen Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung“ (BBGM). Durch die Teilprojektpartnerschaft in dem Projekt BGMA soll das bisherige gewerkschaftliche Engagement noch weiter ausgebaut werden.