Internationale Arbeitsorganisation (ILO)

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie ist für die Formulierung und Durchsetzung weltweit geltender Mindeststandards in der Welt der Arbeit zuständig. Ihr gehören 185 Mitgliedstaaten an. Sie ist die einzige internationale Organisation, bei der nicht nur die Vertreter_innen von Regierungen über die Konventionen, die Politik und den Haushalt entscheiden, sondern auch die Vertreter_innen der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände eines jeden Landes.

Die ILO verfolgt das Ziel, in einem durch Freiheit und Gerechtigkeit geprägten Umfeld für Frauen und Männer menschenwürdige und produktive Arbeit zu schaffen. Die ILO setzt sich deshalb dafür ein, die Rechte der Arbeitnehmer_innen bei der Arbeit weiter zu entwickeln, menschenwürdige Arbeit zu fördern, den Sozialschutz zu verbessern und die Arbeitsbeziehungen zu stärken. In  enger Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedstaaten geht es der ILO darum, sicherzustellen, dass die Arbeitsnormen in Prinzip und Praxis geachtet werden.

Als Partnerorganisation im Bündnis gegen Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung stellt das ILO-Büro Berlin die Expertise der ILO bezüglich internationaler Arbeitsstandards zur Verfügung. Darüber hinaus werden die Erfahrungen aus Schulungen, die die ILO seit 2001 weltweit zum Thema Zwangsarbeit für eine Vielzahl unterschiedlicher Zielgruppen durchgeführt hat, in die Projektaktivitäten des Bündnisses einfließen.

Die ILO hat sich seit ihrer Gründung 1919 für die Bekämpfung der Zwangsarbeit und der sie fördernden Verhältnisse eingesetzt. 2001 hat die ILO das Sonderaktionsprogramm zur Bekämpfung der Zwangsarbeit (SAP-FL) ins Leben gerufen, um diese Anstrengungen zu intensivieren. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Arbeitnehmern, Arbeitgebern, der Zivilgesellschaft und anderen internationalen Organisationen arbeitet die ILO daran, alle Aspekte der Zwangsarbeit, darunter auch den Menschenhandel, zu beseitigen. Das reicht von präventiven Maßnahmen wie die verbesserte Kontrolle von Anwerbeagenturen über die wissenschaftliche Erfassung der Probleme durch Datenerhebung und Länderstudien bis hin zu Schulungen und Sensibilisierung u.a. für Arbeitsinspekteur_innen, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Staatsanwält_innen und Richter_innen. Die ILO drängt auch auf wirksame Gesetze in den Mitgliedstaaten und auf machtvollere Umsetzungsmechanismen, wie effektive rechtliche Sanktionen derjenigen, die Zwangsarbeit ausbeuten. Durch die Schärfung des öffentlichen Bewusstseins will  die ILO auch den Blick auf diese Form der Verletzung von Menschen- und Arbeitnehmerrechten lenken.