Was kann ich tun?

28. Mai 2013

Auf dieser Seite finden Sie Hinweise dazu, was Sie tun können im Falle eines Verdachts, dass Sie eine betroffene Person kennen sowie dazu, was Sie im Allgemeinen tun können, um Arbeitsausbeutung und Menschenhandel nicht zu begünstigen.

Sie glauben, einer von MH/A betroffenen Person begegnet zu sein?

Von MH/A betroffene Menschen haben Anrecht und möglicherweise das Bedürfnis nach Schutz und Unterstützung.
Ermöglichen Sie den Kontakt zu einer Beratungsstelle in Ihrer Region.
Wenn möglich, lassen Sie der Person die Kontaktinformation zukommen.
Informieren Sie die Beratungsstelle. Die Mitarbeiter_innen verfügen über Möglichkeiten, mit Betroffenen sensibel Kontakt aufzunehmen.

Mitunter können betroffene Personen in Gefahr sein, beispielsweise wenn Arbeitgeber_innen erfahren, dass sie sich um Unterstützung bemühen. Deshalb ist es sinnvoll, in einer solchen Situation geschulte Personen zu informieren.
Bei jedem Handeln, das Betroffene unterstützen soll, muss sicher sein, dass die Person sich (diese Art der) Unterstützung wünscht. Wenn eine Person keine Unterstützung wünscht, muss auch dies respektiert werden. Auch wenn das Unterstützungsangebot gut gemeint ist – nur so kann vermieden werden, dass aus einer Situation der Unmündigkeit eine andere entsteht. Kann keine Sicherheit über den Willen der betroffenen Person hergestellt werden, bleibt die Möglichkeit, eine Informationsbroschüre oder eine Möglichkeit zum Kontakt zu hinterlassen, auf die sie später zurückkommen kann. Weiterhin ist angeraten, eine Beratungsstelle zu informieren, deren Mitarbeiter_innen auf eine respektvolle Unterstützung von Betroffenen spezialisiert sind.
Auch wenn es sich nicht um Menschenhandel sondern um weniger extreme Fälle von Ausbeutung handelt, haben Arbeitnehmer_innen bei geleisteter Arbeit Ansprüche auf ihren Lohn und verbundene, aus einem Arbeitsverhältnis entstehende, Leistungen wie Urlaub. Zum Schutz erstens einzelner Arbeitnehmer_innen vor Ausbeutung sowie zweitens zur Stabilisierung des Lohnniveaus bestehen diese Regelungen ganz gleich, ob ein_e Arbeitnehmer_in über einen Aufenthaltstitel oder eine Arbeitserlaubnis verfügt.

Sie möchten sich allgemein gegen MH/A engagieren?

Um Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung in Deutschlang und der Welt entgegen zu wirken, gibt es viele Möglichkeiten.

  • Setzen Sie sich für den Zugang zum Arbeitsmarkt und gerechte Arbeitsbedingungen für alle Personen ein.
  • Setzen Sie sich für die vollständige Legalisierung von Arbeitsmigration ein.
  • Achten Sie darauf, was Sie konsumieren. Wer hat es produziert und unter welchen Bedingungen? Gibt es vielleicht Möglichkeiten, das Geld verantwortungsvoller zu investieren?
  • Setzen Sie sich gegen die Ausgrenzung von Migrant_innen durch populistische oder rassistische Parolen oder Handlungen ein.
  • Sprechen Sie mit Menschen.

Menschenhandel wird nicht verhindert, indem

  • legale Möglichkeiten zur Migration eingeschränkt werden.
  • Grenzen stärker kontrolliert werden.
  • der Arbeitsmarkt abgeschottet wird.

Immer wieder werden - auch aus der Politik - derartige Forderungen laut. Wer aber solche Maßnahmen fordert, kennt die Ursachen von Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung nicht oder verfolgt andere Ziele, nämlich eine nationalistische Ausrichtung des Arbeitsmarktes und den Ausschluss von Migrant_innen von ihren Rechten gesellschaftlicher Teilhabe.